Internationaler Freimaurerorden für alle Menschen Österreich

LE DROIT HUMAIN

DAS MENSCHENRECHT

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Galerie der Erinnerung

Anna Kerdijk

Anna Kerdijk

Anna Kerdijk wurde am 28. Oktober 1882 in Amsterdam als viertes Kind von Arnold Kerdijk und Elisabeth Sara Matthes geboren. Ihr Vater entstammte einer jüdischen Familie, war ein sozial engagierter wohlhabender Kaufmann und bis 1901 als progressiver Linksliberaler Mitglied des Repräsentantenhauses. Anna Kerdijk war eine erfolgreiche, gebildete Übersetzerin, deren politisches und soziales Engagement sich in den zahlreichen von ihr übersetzten Werken in der Universitätsbibliothek von Amsterdam widerspiegelt. Sie war als Zeitungsherausgeberin und Redakteurin tätig und engagierte sich für die humanistischen Ideale des Sufismus, der Bahai-Bewegung und der Friedenbewegung. 1921 übersetzte sie die Schriften von Inayat Khan, die unter dem Titel „An Introduction to Sufism“ veröffentlicht wurden.

1908 wurde Anna Kerdijk Freimaurerin und 1911 Gründungsmitglied der ältesten noch existierenden niederländischen Loge des Le Droit Humain „Christian Rosenkreuz“. Anna war Herausgeberin des offiziellen Bulletins des niederländischen Le Droit Humain und wichtigste Übersetzerin freimaurerischer Bücher.

1922 half sie bei der Installierung der ersten österreichischen Loge des Le Droit Humain "Vertrauen" in Wien und lernte dort den um 14 Jahre jüngeren Stefan Schlesinger kennen und lieben. Sie engagierten sich gemeinsam für die junge freimaurerische Obödienz und heirateten am 27. 2. 1924 in Wien. Die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen nach dem Krieg und der zunehmende Antisemitismus veranlassten das Paar ihren Lebensmittelpunkt von Wien nach Amsterdam zu verlegen. Mit ihrem Mann gründete sie dort 1927 die Loge „Ars Regia“ mit dem Ansinnen, das Bewusstsein für Kunst und Schönheit in der niederländischen Freimaurerei zu schärfen.

1932 bezog das Ehepaar mit Vorliebe für moderne Architektur eine großzügige Wohnung im gerade fertiggestellten hochmodernen zwölfstöckigen Wolkenkratzer in Amsterdam am Daniel Willinkplein, der ihre letzte Adresse werden sollte. Heute erinnern zwei „Stolpersteine“ im Pflaster vor dem geschichtsträchtigen Gebäude an Anna und Stefan Schlesinger. Als Stefan Schlesinger 1942 als Jude ins Lager Westerbork musste, folgte Anna ihm freiwillig. 1944 wurden beide zuerst nach Theresienstadt und schließlich nach Auschwitz deportiert und am 5.Oktober ermordet.



Quelle: Archiv und Forschung des LE DROIT HUMAIN Österreich

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